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Sich mit Frank Sauer auf den Holzweg zu begeben, ist amüsant. Hinterlistig drechselt der Gewinner des baden-württembergischen Kleinkunstpreises seine Parodien.

Er ist ein Alltagsneurotiker, der den schmalen Grat zwischen absurder Normalität und dem ganz normalen Wahnsinn beackert.Zwischen laktosefreien Unterhosen und der neusten Rasenkantenschere steht Sauer als der verwirrte Verbraucher, der gar nicht mehr zu wissen braucht, was er eigentlich will. Im Zeitalter des Internets kenn ohnehin jeder Datensammler das Kaufverhalten der User besser als sie selbst. Ein fingierter Handyanruf bringt das auf den Punkt: „Sie haben Internet-Seiten über Sexspielzeug und über Handfeuerwaffen angeschaut und sich dann nach dem kürzesten Weg zum Flughafen gesucht. Sie sind also sexuell frustriert, planen ein Gewaltverbrechen und wollen sich dann ins Ausland absetzen. Brauchen Sie vielleicht einen Koffer?“

Marbacher Zeitung

 

Sauers jüngstes Werk „Der Weg ist das Holz“ ist ein funkelndes Juwel origineller Einfälle und mitreißender Eloquenz. „Leben“, sagt Sauer „ist wie Bungee-Springen: Mit Energie auf ein Ziel zustreben, und doch nie so richtig ankommen. Wie sagte schon Konfuzius? Weg ist das Ziel.“

Kölnische Rundschau

 

Sind es die eigenen Entscheidungen, Manipulationen oder gar die totale Vernetzung, die Lebenswege bestimmen und das Erreichen von Zielen beeinflussen? Mit Wortwitz und atemberaubendem Themenwechsel brachte Comedian Frank Sauer in seinem Soloprogramm „Der Weg ist das Holz“ dem Publikum im „Flörsheimer Keller“ Irrungen und Wirrungen seiner Gedankenwelt näher.

Dozierend und philosophierend vertiefte er sich beispielsweise in die Weinbaukunde, die Önologie, warnte vor schlechtem Wein, dem so genannten „Elendsviertel“ und sang ein Loblied auf den „Chateau Petrus“, der adoptiert, getauft und in goldene Eierbecher handgepresst seinen stolzen Preis wert sei - und schon hatte er die Bänker im Visier, Aldi-Kassiererinen und Navigationsgeräte.

Obwohl die Gedankensprünge riesig und die Szenarien aberwitziger Betrachtungsweisen in immer neue Welten entführten, hatte er stets den gewissen Schlenker raus, belehrenden Nimbus ins Komische zu entführen und bei seinen Dialogen mit dem Publikum dessen Lachmuskeln zu erreichen. Man mußte stets hellwach sein beim Zuhören und Mitdenken, um Sauers logische Schlussfolgerungen jedweder Hirnakrobatik zu verstehen.Das gipfelte schließlich in der er der Erklärung des Begriffs „Holzweg“, dem das Programm seinen Namen verdankt. 600.000 Kilometer Holzwege gebe es in Deutschland mit dem Zweck, Holz aus dem Wald zu transportieren. Wege, die ins bewaldete Nichts führen. Aber was ist das Nichts?

Main-Spitze

 

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